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Wie ist es so mit dem Blickkontakt? Oder: SEHEN Sie Ihre Gesprächspartner!

24 Oktober 2012 Keine Kommentare PDF

Dass Blickkontakt zum Kontaktaufbau wichtig ist, wird sicher nichts Neues für Sie sein. Menschen, die einem nicht in die Augen gucken können, kommen oft suspekt rüber. Man fragt sich, was sie zu verbergen haben, oder zumindest fühlt man sich als Gegenüber unwohl dabei. Man spricht schlicht und einfach ungern mit Menschen, die einen “nicht sehen”.

Erinnern Sie sich an den Film Avatar – Aufbruch nach Pandora? Was mich am meisten beeindruckt hat, ist der Begrüßungssatz der Na’vi, der Anwohner des Planeten Pandora: “Ich sehe Dich!”. Wobei hier auch das Wahrnehmen, Verstehen, Begreifen gemeint ist. Wie faszinierend! Haben Sie den Blickkontakt schon mal so betrachtet? Denn genau das transportieren wir beim Kennenlernen, beim Begrüßen: das wir unseren Gesprächspartner wahrnehmen, ihn SEHEN (schade, wenn nicht).

Doch dagegen stehen oft Gewohnheiten, die uns oft gar nicht bewusst sind, sogenannte blinde Flecken. So hatte ich bei mir im Coaching zum Thema Selbstpräsentation einen reizenden jungen Mann, den ich bei der Vorbereitung auf die Moderation einer für ihn wichtigen Veranstaltung begleitete. Wir haben diverse Szenen durchgespielt, von der Begrüßung der eintreffenden Gäste bis zu seiner Begrüßungsansprache. Die größte Schwierigkeit, die wir dabei feststellten, war der Blickkontakt. Er schaffte es nur für einen kurzen Augenblick, den Blickkontakt zu halten, dann wanderte sein Blick im Raume. Dadurch wirkte er unsicher, uninteressiert und geistig abwesend. Wir haben die Abläufe mehrfach geprobt, doch auch nach mehrmaligem Üben wanderte sein Blick automatisch weg.

Der Durchbruch gelang ihm erst, als ich mir etwas anderes einfallen lassen habe:
Ich fing an, mich seinem Blick hinter zu bewegen. Sie lesen richtig: ich habe seinen Blick “festgehalten” in dem ich mich hoch, hunter, rechts, links im ganzen Raum bewegt genau dahin, wo er mit seinem Blick wanderte. Das war sehr komisch, wir lachten und übten und lachten und übten – sehr spaßig! Und siehe da, nach ca. 10 Min hat er sich so an den Blickkontakt, den ich damit “erzwungen” hatte gewöhnt, dass er keine Schwierigkeiten mehr hatte den Blick für eine wesentlich längere Zeit zu halten.

Die Veranstaltung verlief wirklich gut, so berichtete er mir. Und er war sich sicher, dass er die Menschen wirklich GESEHEN hat.

Wir haben über ein Jahr immer wieder zu verschiedenen Themen miteinander gearbeitet. Bei unserem letzten Termin sah ich ihn an und musste inne halten: dieser junge Mann, der bei unserem ersten Treffen nervös herumzappelte und sonst wohin geschaut hatte, saß ruhig und gelassen mir gegenüber, blickte mir in die Augen und hatte eine so starke Präsenz, er war ganz und gar da – WOW. Solche Augenblicke machen mich stolz und sicher, dass das was ich mache wirklich einen Sinn hat!

Und was ist mit Ihnen? SEHEN Sie Ihre Gesprächspartner wirklich?

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