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Verkaufsterror – So kaufe ich bestimmt nicht!

2 August 2012 3 Kommentare PDF

Heute erzähle ich Euch / Ihnen über mein aktuelles Erlebnis, bei dem mir “der Kragen geplatzt” ist. Man wollte mir ohne Rücksicht auf Verluste sein Produkt verkaufen, es war ein regelrechter Verkaufsterror.

Es fing harmlos an:
Mein Mann bestellte im Internet bei einigen Anbietern Kataloge, weil wir planen einen Elektro-Kamin anzuschaffen.

Aber dann ging es los:

Phase 1:
Am gleichen Abend bekam ich einen Anruf von einem dieser Anbieter auf meinem Geschäftstelefon. Der Herr sagte, dass die Kataloge sofort rausgeschickt werden und wollte mit uns einen festen Termin zur Besichtigung abmachen. Das wollten wir nicht, da wir erst das Angebot kennenlernen wollten. Nun gut.
Den Anruf fand ich etwas irritierend und lästig, gleich so festgenagelt zu werden, sagte aber nichts dazu. Erst als ich auflegte fiel uns auf, dass mein Mann gar keine Telefonnummer bei der Katalog-Anforderung angegeben hat, und erst recht nicht meine Geschäftsnummer. Da hat der gute Herr wohl im Internet recherchiert. Fand ich wirklich fragwürdig. Nun gut, man will ja nicht so sein und schließlich habe ich das unter Engagement verbucht.

Phase 2:
Nächsten Tag bekam ich an meine Geschäfts-E-Mail-Adresse eine E-Mail von dem gleichen Herren mit einem Termin, wann die Monteure zu uns kommen, uns Muster zeigen und sich die Sache vor Ort anschauen und vermessen. Darauf schrieb ich, dass wir momentan in der Sondierungsphase sind und so ein Termin wäre doch verfrüht, außerdem würden wir in den Urlaub fahren. Es fing an wirklich lästig zu werden.

Phase 3:
Als wir dann nach dem Urlaub zurück kamen, waren unzählige Anrufe auf meinem Anrufbeantworter, die meisten von dem besagten Herren. Das fand ich echt übertrieben, hab dem aber noch nicht weiter Beachtung geschenkt, da ich genug um die Ohren hatte. Am Tag darauf hat er mich doch erwischt und ich ließ mich überreden doch über einen Besichtigungstermin für das kommende Wochenende nachzudenken. Der Herr wollte sich noch einmal mit dem Terminvorschlag melden und hat auch noch meine Handynummer erfragt, nur für alle Fälle. Ich war auch noch so doof, ihm diese zu geben. Er versprach mir allerdings, diese nur im Notfall für eine SMS zu nutzen. “Wenn ich nicht an mein Geschäftstelefon gehe, arbeite ich und bin nicht zu erreichen.”, sagte ich ihm. Außerdem würden wir uns immer noch in der Findungsphase befinden und es ist momentan mit keiner Entscheidung mangels Zeit und ersthaftem Interesse zu rechnen. Im nachhinein ärgerte ich mich über mich selbst und meine Nachgiebigkeit. Dennoch waren mein Mann und ich uns einig, dass wir einen Termin vereinbaren wollen, warum nicht.

Phase 4:
Der nächste Tag artete es zum regelrechtem Telefonterror aus. Da ich arbeitete, sah ich erst abends, dass diese Person min. Fünf mal auf meinem Geschäftstelefon angerufen und mir drei Nachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterlassen hat. Außerdem rief er mich auf dem Mobiltelefon an und hinterließ mir auch eine Nachricht auf der Mailbox. Und eine E-Mail bekam ich auch noch. Alles mit der Aufforderung, mich doch umgehend bei ihm zu melden und den Termin für Samstag 10:00 Uhr zu bestätigen. An diesem Punkt war Schluss. Ich hatte nicht vor mich dort zu melden, da ich dieses Verhalten als sehr aufdringlich empfand und keine Lust auf die Gespräche mit diesem Herrn hatte. Ich wusste, dass ich alles andere als freundlich sein würde.

Phase 5:
Am nächsten Morgen klingelte das Telefon weitere zwei Male, und das während eines Coachings. So. Ich musste jetzt was unternehmen.

Um nachweislich diesen Verkaufsterror zu unterbinden, habe ich den Weg der E-Mail gewählt, um was Schriftliches an der Hand zu haben. Hier ist der Text:

Hallo Herr …,

ich finde, dass Sie es wirklich übertreiben und fühle mich regelrecht bedrängt von dieser Penetranz. Es stresst mich, 1000 Anrufe zu bekommen zu einer Sache, die mir momentan völlig unwichtig ist. Und da ist meine Bereitschaft irgendeine Form von Geschäftsbeziehung einzugehen gleich Null. Deswegen bitte ich Sie vor weiterer Belästigung abzusehen und keine Anrufe zu tätigen oder mir E-Mails zu senden.

Im Übrigen kann ich Ihnen was verkaufen, nämlich ein Training zum Thema Vertrieb in der heutigen Zeit. Ich habe sehr kompetente Netzwerkpartner, die dies übernehmen würden. Ein ist klar: So funktioniert der moderne Vertrieb definitiv nicht!

Natalie Schnack

So. Seit dem ist Ruhe. Aber musste es so weit kommen?

Jetzt kann ich darüber nachdenken, was ich alles hätte anders machen können, was wäre dann passiert usw. Was würde es bringen, außer dass ich mich noch weiter ärgere? Nichts.

Stattdessen habe ich mir überlegt, was ich beim nächsten mal anders machen werde:

  • Ich werde beim nächsten mal gleich auf mein Instinkt hören und das Thema mit der recherchierten Telefonnummer ansprechen.
  • Ich werde meine Unzufriedenheit aussprechen, so bald sie aufkommt und warte nicht, bis mir “der Kragen platzt”.

Fazit: Ich weiß, dass mir so etwas nicht noch ein zweites Mal passiert, deswegen bin ich letztendlich dankbar für diese lehrreiche Erfahrung ;-).

Habt Ihr / haben Sie schon solche Situationen erlebt, in den Ihr / Sie so oder ähnlich “unter die Räder” von Verkäufer-ohne-Rücksicht-auf-Verluste gekommen seid / sind? Was haltet Ihr / halten Sie von solchen Praktiken? Wie reagiert Ihr / reagieren Sie darauf?

3 Kommentare »

  • Heide Liebmann sagt:

    Oje, du Arme! ;-) Ich war mal “Opfer” von Vodafone-Telefonterror, nachdem ich gekündigt hatte. Fünfmal riefen die mich an, obwohl ich schon beim zweiten Anruf erbost darauf hingewiesen hatte, dass meine Kündigung endgültig sei und sie mich doch bitte aus ihrer Datenbank entfernen sollten – was mir auch zugesichert wurde. Das war wirklich extrem lästig. Und bedeutet, dass ich nie wieder auch nur in Erwägung ziehen werde, einen Vertrag bei diesem Laden abzuschließen. So aggressive Verkaufsmethoden sind wirklich nicht zielführend und können doch nicht im Sinn des Unternehmens sein?!? Klar, manche Leute kann man so zu einem Abschluss drängen, den sie aber wahrscheinlich sehr schnell bereuen und entweder rückgängig machen oder sich “revanchieren”, indem sie z. B. ständig reklamieren. Gute Empfehlungsgeber werden solche Kunden jedenfalls in den wenigsten Fällen … Ich verstehe echt nicht, wieso sich das nicht langsam mal herumspricht.

  • Natalie Schnack (author) sagt:

    Danke, Heide! Ja, das Verhalten von vielen Telefonanbietern ist mehr als fragwürdig und dreist. Ich verstehe es auch nicht, warum sie es nicht kapieren, dass sie sich sicherlich im Teufelskreis befinden: Je mehr sie drängeln um so weniger Kunden haben sie, und um so weniger Kunden sie haben um so mehr drängeln sie. Fatal, meiner Meinung nach und ein betriebswirtschaftlicher Unsinn! Ich hoffe auch an die Selbstbereinigungskräfte des Marktes ;-)

  • Anja Heidecker sagt:

    Liebe Natalie,

    mit Deinem Verkaufsangebot für ein Vertreibstraining hast Du… nach allen überflüssigen Strapazen doch gut aus der Nummer rausgefunden!
    Meine Toleranzgrenze bei aufdringlichen Verkäufen ist da weit aus niedriger. Wenn mir einer platt und blöd kommt bin ich sofort draussen. Es gibt eigentlich kaum etwas was es nicht auch anderswo gäbe. Im Ernstfall würde ich sogar drauf verzichten! Ich kann so was ja gar nicht leiden! (Weswege ich sicherlich auch sehr zurückhaltend mit dem Verkauf meiner eigenen Produkte agiere)

    Und nun entspanntes Finden und Kaufen eines neuen Elekrtokamins!

    Liebe Grüße, Anja

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