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Das passiert auch den Besten!

29 Juni 2012 4 Kommentare PDF

Grafik von Natalie Schnack

Tja, das war ernüchternd gestern Abend. Unsere Fussball-Nationalmannschaft ist im EM-Halbfinale gegen die Italiener ausgeschieden. Ich habe mich maßlos aufgeregt während des Spiels. Spätestens als Italien in Führung ging, hatte ich kein gutes Gefühl mehr. Als dann noch das zweite Tor für die Italiener fiel, war mir klar, es wird nichts mehr. Ich war sauer und enttäuscht und habe mir das Spiel nicht bis zum Schluss angeschaut. So’n Mist!

Heute schäme ich mich etwas dafür, ehrlich! Mal davon abgesehen, dass ich es für albern halte, ist es auch einfach unfair, finde ich. Ich habe unsere Mannschaft im Stich gelassen und nicht an sie geglaubt. Und das, obwohl ich bequem vor dem Fernsehen sitze und nicht auf dem Spielfeld mir “die Lunge aus dem Hals” rennen muss. War mir die Eitelkeit und Anspruchsdenken im Weg? Ja, leider.

Was ist tatsächlich passiert? Die Jungs haben gut gespielt, nicht überragend, aber gut. Sie haben gekämpft nach ihren Kräften. Fehlte es an Leidenschaft? Also bitte, das nun wirklich nicht. Sie haben alles versucht. Gerade dann, wenn man es mit der Brechstange versuchst, dann klappt es meistens sowieso nicht. Sie hatten Gegenspieler, die einfach mal besser waren. Und diese haben verdient gewonnen. War ich nicht immer diejenige, die sagte, dass der Bessere gewinnen soll – das ist dann nur gerecht?! Tja, das sagt man so leicht, wenn man nicht emotional engagiert ist ;-).

Jetzt kann man viel darüber diskutieren, was wäre wenn…

  • Trainer anders aufgestellt hätte,
  • Podolski sauberer gearbeitet hätte,
  • Gomez getroffen hätte,
  • Schiri nicht das ganze Spiel verpfiffen hätte,
  • Italiener nicht so effizient gewesen wären,
  • Unsere Jungs auch mal ein Quentchen Glück hätten…
  • Und, und, und…

Was soll diese Debatte bringen? Nichts! Wir wissen schlicht und einfach nicht, was passiert wäre. Eins ist auf jeden Fall klar: Von Versagen kann nicht die Rede sein. Jeder hat das getan, was er in dem Moment tun konnte. Es bringt nichts zu bedauern. Jetzt heißt es, aus den Erfahrungen lernen und es wieder beim nächsten mal versuchen. Oder wie man so schön sagt: Erfolg heißt, ein mal mehr aufzustehen, als man hingefallen ist!

Ich finde, das ist eine schöne Parallele zum Berufsleben. In so einem Turnier bewerben sich verschiedene Mannschaften um den Titel des Europameisters. Unsere Mannschaft war dabei und ist mehrere Phasen des Bewerbungsverfahrens durchlaufen, bevor sie im Endspurt ausgeschieden ist. So geht es uns doch auch ständig, ob wir uns um eine Stelle als Angestellte/r, ein Projekt oder um einen Auftrag als Selbständige/r bewerben. Und da gibt es auch viele innere und äußere Einflussfaktoren, von den der Erfolg abhängig ist. Passt alles zusammen – gewinnen wir, wenn nicht, dann verlieren wir.

Man kann den Erfolg nicht planen, das macht diese Geschichte noch einmal deutlich. Wenn man aber nach jedem Misserfolg wütend und enttäuscht von sich selbst ist, dann wird es schwer sein, sich überhaupt zu größeren Leistungen in Zukunft zu motivieren. Es ist wichtig, zu den einmal getroffenen Entscheidungen zu stehen und statt sich für die Fehler zu “kasteien”, sie als eine neue Lernerfahrung zu betrachten. Oder etwas poetischer: Aufstehen, Krone richten, weiter gehen! Und nie vergessen: Das passiert auch den Besten!

4 Kommentare »

  • Evelien sagt:

    Wenn man ehrlich ist, hat Deutschland schicht schlechter gespielt. Alleine was die Italiener für grandiose Torchancen gehabt hatten!

  • Uta Otterbach sagt:

    Liebe Natalie,

    so ist es! Das passiert auch den Besten!
    Man kann nachher eine Bestandsaufnahme machen, nachdenken,
    woran es gelegen hat, aber ohne in Selbstzerfleischung zu enden!
    “Aufstehen, Krone richten, weiter gehen!” Danke!

    Liebe Grüße,
    Uta

  • Natalie Schnack (author) sagt:

    Halle Evelien,

    ja, die Italiener waren besser und haben verdient gewonnen, das ist klar, wie “das Amen in der Kirche”. Und das passiert, es gibt immer mal jemanden, der besser ist. Das sollte man neidlos anerkennen und auf sich selbst schauen, wie man sich steigern kann.

    Herzliche Grüße

    Natalie

  • Natalie Schnack (author) sagt:

    Liebe Uta,

    vielen Dank für das Feedback und – sehr gerne getan!

    Herzliche Grüße

    Natalie

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