Warum deine Introversion nichts damit zu tun hat, ob du erfolgreich im Marketing bist – sorge nur gut für dich!

Podcast Natalie Schnack Coach Introvertierte Unternehmer

006: Persönlichkeit vs. Verhalten – Warum die meisten Introvertierter nicht auf den ersten Blick erkennbar sind? Wie schaffst du es, erfolgreich Marketing machen und dabei gut bei Energie zu bleiben? In dieser Episode spreche ich darüber, warum du durchaus extravertierte Verhaltensweisen an den Tag legen kannst und wie du dabei gut für dich sorgen kannst.

Folge hier anhören, herunterladen, teilen

Wenn du magst, abonniere meinen Podcast bei iTunes oder über Android

Weiterführende Links:

 Zusammenfassung:

In der heutigen Folge geht es darum, wie es kommt, dass sich Introvertierte untereinander mitunter stark in ihren Verhaltensweisen, die Sie an den Tag legen, unterscheiden.

Wie ich bereits in den vorherigen Episoden erwähnt habe, bekomme ich auf die Aussage hin, dass ich introvertiert bin, oftmals zu hören, dass ich gar nicht so aussehe wie eine introvertierte Person. Wenn ich nun Frage, wie denn so eine introvertierte Person aussieht, kommt oft als Antwort, dass Introvertierte ja schüchtern sind, nie etwas sagen und viel auf ihre Füße starren. So ungefähr zumindest.

Stell dir folgende 2 Szenarien vor:

In ersten Szenario befindest du dich in trautem Kreise, umgeben von Leuten, die du kennst, denen du vertraust und von denen du weißt, dass sie stets ehrlich zu dir sind.

Im zweiten Szenario hingegen befindest du dich in ungewohnter Umgebung, mit Leuten, die du nicht kennst und denen du demnach nicht wirklich vertraust.

Würdest du dich in beiden Situationen genau gleich verhalten?
Natürlich nicht!

Mein liebstes Beispiel dafür ist die Erinnerung daran, wie ich vor Jahren Trainings zu meinem Buch „Leise überzeugen: Mehr Präsenz für Introvertierte“ bei Haufe Akademie gab. Die Teilnehmer waren praktisch allesamt als Angestellte von ihren Unternehmen geschickt worden, um an ihren Kommunikationsfähigkeiten zu arbeiten. Das heißt offener werden, weniger sachlich sein, mehr sprechen, sich mehr beteiligen, sichtbarer werden. Kurz: Eine Abrichtung (oder Personalentwicklungsmaßnahme), weil sie nicht dem extravertierten Standard entsprachen.

Wie das nun mal so ist, wenn man mit Introvertierten arbeitet, war es anfangs, als ich den Raum betrat, sehr ruhig, jeder saß für sich und wartete ab, was als nächstes passierte. Für mich ist das ja sehr angenehm. Anfangs ist das grundsätzlich so, so funktionieren wir, Introvertierten, einfach. Müssen erst ein Gefühl für die Situation entwickeln, bevor wir uns gänzlich darauf einlassen können. Anstatt also direkt die Entertainerin raushängen zu lassen, ließ ich es langsam angehen, um den Teilnehmern den Einstieg zu erleichtern. Das liegt mir ja selbst auch viel mehr.

Und schon in der ersten Pause waren die Teilnehmer, die vorher noch schweigend da saßen, miteinander in Gespräche vertieft. Und sie hatten viel Spaß bei den vielen Übungen aus dem Improvisationstheater, die ich mit ihnen gemacht habe. 🙂

Am zweiten Tag fand ich einen schnatternden Haufen im Gruppenraum vor, da war keiner ZU ruhig, oder ZU sachlich, oder ZU zurückhaltend. Sondern total präsent, aufgeweckt, sichtbar und aktiv. 😀

Du musst dir mal nur überlegen: Sie wurde alle dahin geschickt, um an ihrer Präsenz zu arbeiten. Und da ich nicht zaubern kann, ist so ein zweitägiges Seminar natürlich kaum dafür geeignet, um aus Menschen, die nicht präsent sind, präsente Menschen zu machen, das wäre utopisch.

Doch meine Teilnehmer blühten in dieser kurzen Zeit total auf, sie waren sichtbar und präsent auf ihre eigene wunderbare Weise, da sie sich nicht verstellen mussten und einfach sie selbst sein konnten, statt sich immer Gedanken dazu zu machen, dass sie doch anders sein müssen.

Am zweiten Tag ließ ich sie in kleinen Gruppen auf Flipcharts die Stärken, die sie durch ihre Introversion haben, aufschreiben. Und tatsächlich waren es genau die Aspekte, die man ihnen seitens Ihres Unternehmens als Schwäche, die es auszubügeln galt, ausgelegt hatte, also etwa die Fähigkeit, die Ruhe zu bewahren, den Überblick zu behalten, die Dinge besser hinterfragen zu können, sachlich zu bleiben.

Eine Teilnehmerin sagte nach einem Blick auf Ihr fertiges Flipchart sogar mit Tränen in den Augen, dass sie erkannt habe, dass sie sich ja eigentlich gar nicht ändern müsse. Ich denke wirklich gerne an diesen schönen Moment zurück. <3

Merke dir, diese typischen introvertierten Eigenschaften sind Stärken, keine Schwächen. Lass dir von niemanden etwas anderes einreden!

Wir, Introvertierten, tun uns oftmals schwer damit, unser Innenleben adäquat nach draußen zu tragen. Wir fühlen uns nicht wohl in Situationen, in denen von uns wie auf Kommando gewisse Reaktionen erwartet werden, z.b. sichtbare Betroffenheit, eine schnelle, für den anderen zufriedenstellende Antwort oder auch nur ein bestimmter Gesichtsausdruck, um ja nicht als teilnahmslos gesehen zu werden.
Doch das kommt nicht immer von außen, auch die Stimmen in unserem Kopf sind unsere unerbittlichen Kritiker. Es ist nämlich so, dass wir meist im Kopf einen Riesenradau haben, aber wir schaffen es einfach nicht, den Außenlautsprecher einzuschalten. 😉

Das macht sich insbesondere beim Marketing bemerkbar, wenn man dieses auf eine Weise betreibt, die einen stark stresst und unter Druck setzt. Ich kenne das ja von mir selbst, dann schwirren mir tausend Gedanken durch den Kopf, ohne dass ich einen davon aufgreifen und zu Ende führen kann, absolutes Gift für Produktivität bzw. ein konsequentes, stimmiges Ergebnis, und entsprechend sieht bei vielen auch das Marketing aus. Bemüht, verkopft, ohne Herz und Identität.

Deswegen mache ich heute Marketing nur noch so, wie ich möchte, und habe so viel mehr Spaß daran. Meine Kunden merken das und die Resonanz ist viel besser.

Introversion bzw. Extraversion sind nun einmal durch die jeweiligen Funktionsweisen unserer Gehirne natürlich gegeben. Dich auf eine Weise zu verhalten, die deinem eigentlichen Naturell widerspricht, macht auf lange Sicht nur unglücklich, doch das heißt nicht, dass du dir nicht gewisse Eigenschaften der anderen Ausprägung zumindest annäherungsweise aneignen kannst, dann aber eben auf deine eigene Weise.

Z.B. bin ich erstaunlicherweise Feuer und Flamme, sobald es in etwa für das Improtheater auf die Bühne geht und ziehe mein Ding begeistert durch, merke jedoch hinterher, wie erschöpft mein Energiehaushalt dadurch nun ist, und dass ich eine Auszeit brauche. Du siehst, es muss immer einen Ausgleich geben, du kannst nicht die ganze Zeit volle Leistung bringen und dann erwarten, dass es immer so weitergeht. So funktionieren unsere Systeme nun einmal nicht. Wenn du dich so übernimmst, schadet das sowohl deiner Gesundheit als auch deiner Arbeit.

Zuletzt habe ich das bei einer Kundin bemerkt, mit der ich für ein halbes Jahr zusammen arbeite. Diese hat lange Zeit entgegen ihrer Natur Marketing betrieben und war praktisch ausgebrannt, allerdings ohne dass die Resonanz ihre harte Arbeit wiederspiegeln konnte. Davon fühlte sie sich so unter Druck gesetzt, dass sie kaum noch ausspannen oder durchschlafen konnte.

Bereits nach ihrem ersten Coaching bei mir berichtete sie, dass sie endlich ihre Abende zurück hatte und leichter Ruhe finden konnte.

Jetzt arbeiten wir daran, für Sie eine klare Positionierung zu finden und ihre Art, Ihr Business zu betreiben, auf Ihre Bedürfnisse zuzuschneiden.

Eine tolle Frau, die mittlerweile deutlich mehr Energie und Spaß an ihrer Arbeit hat und mir gerade geschrieben, dass sie durch unsere Zusammenarbeit ein ganz anderes Bild von Marketing bekommen hat und schon angefangen hat, ihre vielen Ideen umzusetzen – so soll es sein!

Lange Rede, kurzer Sinn:
Betreibe dein Business auf genau die Weise, mit der du dich am wohlsten fühlst, und du wirst mit wesentlich mehr Energie und Freude bei der Sache sein, die Resonanz wird besser und damit bist du auf lange Sicht auch auf jeden Fall erfolgreicher, auf sämtlichen Ebenen.

Willst du über die neuen Tipps

informiert werden?

Hidden Content

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.