Was bedeutet es eigentlich, professionell im Business zu sein?

authentisch professionell

Ja, es ist wahr, ich habe mich tatsächlich dafür entschieden, heute zu bloggen. Und jetzt guck mich bitte nicht so entgeistert an, mir ist auch so sehr bewusst, dass das ewig her ist. 😉 Du kannst mir glauben, dass mich das tierisch genervt hat.

Und was glaubst du, was mein Innerer Kritiker mir deswegen schon alles an den Kopf geworfen hat?! Ich werde es lieber für mich behalten, sonst läufst du noch schreiend weg. 😉

Apropos Innerer Kritiker

Gerade diese Woche habe ich eine Fortbildung an dem Schulz von Thun-Institut für Kommunikation mit dem Titel „Der Umgang mit dem Inneren Kritiker“ gemacht. Das war ein Hammer-Tag, der eine geniale Ergänzung zu meiner Arbeit mit dem Modell des Inneren Teams ist.

Falls du nicht weißt, was Inneres Team sein soll: Es ist eine Methode aus der Kommunkationspsychologie, in der man davon ausgeht, dass unsere Psyche aus verschiedenen Persönlichkeitsanteilen (Inneren Teammitgliedern) besteht und dass wir mit uns selbst nur selten „ein Herz und eine Seele“ sind, sondern fühlen uns oft zerrissen zwischen den Wünschen, Zielen und den Hindernissen und Bedenken. Und der Innere Kritiker ist eines von den manchmal richtig fiesen Inneren Teammitgliedern, die uns das Leben verdammt schwer machen. Weil sich uns ständig nieder machen, kritisieren und nach deren Meinung wir immer wieder schlecht im Vergleich zu anderen abschneiden. Nichts gegen konstruktive Selbstkritik, hier geht es aber um destruktives Heruntermachen und Kleinhalten.

Natürlich ist jeder Innerer Kritiker anders und mag sein, dass deiner einigermaßen friedliebend ist. Meiner ist es nicht und ich arbeite seit Jahren daran, dass wir zu Partnern werden. Momentan sind wir auf dem Stand, dass wir uns grundsätzlich auf der Augenhöhe begegnen und mit offenem Visier und fair kämpfen. Ein wahnsinniger Fortschritt im Vergleich zu den Zeiten von vor 8-9 Jahren, als ich eine Angestellte mit einem Burnout war. 😉

Berichte bitte unten im Kommentar, wie dein Innerer Kritiker tickt und ob er überhaupt sich überhaupt klar äußert. Das ist nämlich nicht immer der Fall, manche verbreiten nur schlechte Gefühle und lassen sich nur schwer identifizieren 😉

Die Brücke zur Professionalität

Es ist sicher auch mein Innerer Kritiker gewesen, der mich dazu gebracht hat, mich in der letzten Zeit verstärkt zu fragen, was für mich Professionalität bedeutet. Denn ich habe in der letzten Zeit viele meine Bremsen und Bedenken über Bord geworfen und habe mich in einer Weise öffentlich gezeigt, die für mich noch von 2 Jahren undenkbar gewesen wäre. Es sind viele Dinge, oft auch Kleinigkeiten. Aber an folgenden zwei Mutproben möchte ich dir die Tragweite und derzeitigen Ergebnisse dieser meinen Entwicklung zeigen.

Mutprobe 1: Mein Vortrag „Intovertiert in einer extravertierten Gesellschaft“ auf dem IP-Foum in Frankfurt

Hier habe ich mich zum ersten Mal ganz offen positioniert zu der Frage, wie Scheiße ich unsere auf Extraversion gesellschaftlichen Regeln und Vorgaben finde, die überhaupt nicht hinterfragt werden, auch nicht von uns, Introvertierten. Wir nehme es einfach hin.

Und ich hatte Erfolg damit, denn die Feedbacks waren überragend.

Von: „Danke, du hast gerade meine Ehe gerettet! Denn nun verstehe ich endlich meinen [introvertierten] Mann.“

Über: „Jetzt verstehe ich auch, wenn meine Tochter traurig darüber ist, dass sie in der Schule ewig als schüchtern bezeichnet wird, obwohl sie überhaupt nicht schüchtern ist. Und jetzt weiß ich auch, dass ich sie dazu ermutigen werde, zu ihr und ihrer zurückhaltenden Art zu stehen, statt sich den ewigen Ansprüchen von Außen anzupassen.“

Bis: „Das war der geilste Vortrag, den ich gehört habe und endlich auch was für uns, junge Leute.“

Hach, ja so soll es sein! <3

Mutprobe 2: Mein #30TageYoutubeProjekt und daraus entstandener Vlog

Gerade mein Vlog [Video-Blog, in dem ich mehrfach in der Woche über meinen Tag usw. berichte] fordert mich besonders heraus, denn ich werfe damit ja alle „Regeln“, an die ich mich angeblich als professioneller Coach halten müsste – ich zeige mich echt und auch mal ungeschminkt, mit meinen Gedanken, meinen Problemen und meinem Leben.

Auch da habe ich schon einiges an Zuspruch bekommen, und sogar echte Fans gewonnen, obwohl ich bisher die Sache nicht an die große Glocke gehängt habe.

Das macht mir unglaublich viel Freude und ich freue mich, wenn du zu meinen Abonnenten gehören willst! 😀

(Den Link zu meinem Youtube-Kanal kommt noch mal weiter unten, oder du klickst jetzt auf das Bild)

Vlog von Natalie Schnack

Mutproben und die Fragen der Professionalität

Wie du dir unschwer vorstellen kannst, meldet sich mein Innerer Kritiker daher andauernd in der letzten Zeit. Denn seine Aufgabe ist es ja, dafür zu sorgen, jegliche Kritik, die eventuell von Außen kommen könnte, zu verhindern. Das heißt, er versucht mich „in Schach zu halten“, damit ich immer schön brav bleibe und nur das mache, was untadelig, üblich und gesellschaftskonform ist.

Und diese Frage: „Ist das denn überhaupt professionell, sich so zu zeigen?“ wabert daher ständig in meinem Gehirn herum.

Deswegen möchte ich heute mit dir zusammen dieser Frage nachgehen. In diesem Video findest du meine Antworten darauf:

Kurze Zusammenfassung der Video-Inhalte:

Was ist eigentlich professionell?

Nun, wie bei all solchen abstrakten Begriffen, liegt es natürlich im Auge des Betrachters, was er/sie für professionell oder eben nicht hält. Am besten definiert man solche Begriffe anhand von Kriterien, die man dafür anlegt.

Lass uns also schauen, welche Kriterien zur Professionalität passen könnten. Ich habe eine Auswahl getroffen, bin gespannt, wo du mir zustimmst und wo du ganz andere Kriterien ansetzt.

Kriterien der Professionalität, die von der Gesellschaft vorgegeben werden:

  1. Die Kleidung
  2. Das Umfeld, in dem ich mich bewege
  3. Welche Rolle erfülle ich
  4. Ausbildung: Abschlüsse, Zertifikat, Diplome usw.

Kriterien, die ich heute vor allem für die Beurteilung der Professionalität heranziehe

  1. Das Können
  2. Die Echtheit
  3. Die Lösung für die Probleme der Kunden
  4. Das Vorhandensein konsistenter Prozesse

Und jetzt bin ich gespannt, wie du die Sache siehst. Bitte schreib mir unten im Kommentar deine Sicht auf die Sache, lass uns darüber reden!

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6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo,
    habe deinen Blog heute gefunden und finde ihn wirklich Klasse.
    Er gibt viele hilfreiche Tipps die mir bestimmt auch ab und zu helfen werden.

    Baue derzeit auch mein eingenes online Business auf und füge die Tage auch einen Blog hinzu.

    Über einen Besuch und ggf. über Kommentare würde ich mich freuen.

    Gruß,
    Marco

  2. Liebe Natalie,

    die Frage nach der Professionalität in meinem Tun stelle ich mir schon länger, denn eigentlich entsprechen die üblichen Aktivitäten in den sozialen Medien nicht meiner bisherigen Vorstellung einer professionellen Darstellung. Ähnlich zu deinen Gedanken zur Professionalität deines Vlogs. Aber wahrscheinlich hat dies zumindest bei mir damit zu tun, dass ich in einer Zeit aufgewachsen bin, in der Professionalität immer mit einer gespielten Rolle gleichzusetzen war. Die Echtheit, wie du es nennst, oder die vielbeschworene Authentizität sind dabei eher auf der Strecke geblieben. Heutzutage geht es aber nicht mehr ohne. Was mir persönlich immer wieder Kopfschmerzen bereitet, weil die Menschen eine recht feste Vorstellung haben, was authentisch ist und was nicht. Nur was macht man, wenn man anders ist als diese Vorstellung? Und wie wirkt man authentisch und bleibt dennoch im nötigen Maße professionell? Ein schwieriger Spagat, bei dessen Auflösung deine genannten Kriterien helfen. Danke dir dafür. Wobei für mich, die ich mich als Autorin im Unterhaltungsbereich tummele, ein anderes Kriterium dazu kommt. Denn die Professionalität zeigt sich dann nicht maßgeblich im Inhalt meiner Veröffentlichungen (Social Media Posts, Blogartikel, Videos und natürlich Bücher), sondern in deren Verpackung und dem Drumherum.
    Herzlichen Gruß,

    Vera Nentwich

    1. Liebe Vera,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, in der Tat, es ist immer eine Gratwanderung und was heute als professionell gilt, wird morgen schon anders sein. Das schreibst du ja auch, dass früher das Bild der Professionalität nicht mit dem heutigen, der nun viiiel lockerer ist, zu vergleichen.

      Ich glaube, es kommt definitiv nicht darauf an, was andere Menschen glauben, wann du authentisch bist oder nicht, das können sie ja überhaupt nicht beurteilen. Das kannst nur du selbst. Denn das hat was mit dem eigenen Gefühl zu tun, bist du so wie du dich in der Öffentlichkeit gibst oder nicht?

      Ich kann mir vorstellen, dass bei den Künstlern wie dir, noch eine weitere Komponente dazu kommt: Oft ist es eine Figur, die auf die Bühne kommt, wo man mit Bedenken konfrontiert werden könnte, ob so eine „Kunstfigur“ authentisch sein kann. Oh ja, ich glaube schon. Das sehen wir bei wirklich guten Schauspielern, sie leben das was sie auf die Bühne bringen, und sei es nur für eine beschränkte Zeit. Eine authentische Figur lebt von der Tiefe, vielen Fassetten und echten Gefühlen.

      Da ist natürlich die Herausforderung, so echt wie geht zu sein und dennoch klar zu machen, dass es eine Figur ist und nicht man selbst.

      Und im Übrigen, gerade Soziale Medien sind gerade zu prädestiniert dafür, professionell seine Dienstleistung zu präsentieren. Wenn das Gegenteil behaupten, ist noch in der alten Zeit hängen geblieben 🙂

      Alle Gute für dich auf deinem Weg!

      Herzliche Grüße
      Natalie

  3. Liebe Natalie
    Erstmal danke für die Denkanstöße 🙂 Professionalität ist genauso ein Konstrukt in unserm Kopf wie alles andre was wir real nennen… Hab das Glück einige der „großen“ im Trainer/coachbereich zu kennen und du glaubst nicht, wie viel an vermeintlicher „Dilettantismus“ da oft mit dabei ist. Und? Who cares? Die haben zT hunderttausende pro Jahr und „befolgen“ bei weitem nicht das was man heute von Schulabgängern über Professionalität im Businessleben verlangt.
    Wichtig ist dass dein Kunde DICH als Mensch und deine Dienstleistung/Produkt wertschätzt, bestenfalls sogar richtig mag. Dann ist ihm auch sche**egal ob das eine oder andre nicht klappt.
    Ein Bsp das aktuell grad ganz viele berichten: die DNX: war wohl eine der geilsten Events der letzten Zeit (leider diesmal noch ohne mich) und die Berichte sind dass so viel schief gegangen ist und „unprofessionell“ war. Und? es waren bald 1000 Leute dort und sie sind overall begeistert! Dem Gegenüber stehen andre Konferenzen die vlt „perfekt organisiert“ sind aber inhaltlich… „Selling from Stage“ Events. [ähnlich bei onlinekongressen!]

    […]
    alles liebe und ein Hoch auf Amateure (amare=LIEBEN) und Dilettant (lateinisch delectare „sich erfreuen“, „ergötzen“)

    1. Lieber Andreas,

      danke für deinen Kommentar. Wenn wir da genau sind, dass ist jedes Wort ein Konstrukt, dem jeder seine subjektive Bedeutung gibt, nichts anderes. 🙂

      Herzliche Grüße
      Natalie

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