Diese 5 Fehler solltest du vermeiden, wenn du auf deine Art sichtbar sein möchtest

In den letzten Wochen habe ich mit wirklich vielen Menschen gesprochen, die selbständig sind und leider nicht so erfolgreich sind, wie sie es sich wünschen. Und mit einigen, die zwar angestellt sind, sich aber eine Selbständigkeit wünschen, von der sie leben können.

Alle diese Menschen sind keine geborenen klassischen Entertainer, wie man es sich üblicher Weise vorstellt. Es sind eher ruhige, nachdenkliche Menschen. Und bei all ihrer Zurückhaltung sind sie fröhlich, unterhaltsam und lebenslustig. Also Menschen, wie ich sie besonders mag und die ich besonders gut verstehe. 🙂

In diesen Gesprächen kommen wir immer wieder auf die gleichen Punkte zu sprechen und das sind auch die, die meiner Erfahrung nach, deren Sichtbarkeit und deren Erfolg entscheidend im Wege stehen.

Ich habe diese Fehler für dich zusammengefasst, vielleicht kommt dir der eine oder andere bekannt vor. Ich selbst habe mich lange mit einigen davon herumgetragen, daher weiß ich es nicht vom Hörensagen, sondern habe das alles durchlebt. Und an einigen Punkten knabbere ich noch heute noch ab und an. 😉

Du denkst, dass deine eher ruhige Art ein Problem ist

Ich weiß gar nicht wie oft ich diesen Satz schon gehört habe: „Wenn ich bloss nicht so ruhig/zurückhaltend wäre, dann …“ Damit deklariert man sich als nicht so, wie man sein sollte, um … Das ist eine sehr heftige Generalaussage (man nennt so etwas einen Glaubenssatz, wobei das schon von der Tragweite her mehr als nur ein Satz ist).

Wenn du ruhiger und zurückhaltender bist, als du denkst, du für Sichtbarkeit und Erfolg sein müsstest, dann ist es so, als ob du du dir tagtäglich Knüppel zwischen die Beine haust und dich dann wunderst, warum du keinen Schritt weiter kommst. Wie denn, wenn du ständig „auf der Fresse“ liegst?!

Achtung, jetzt wird es etwas philosophisch, so bin ich halt. 😉

Stell dir bitte mal nur ganz kurz vor, wie unsere Welt wäre, wenn die eine Hälfte der Menschheit – wir, die Introvertierten, ruhigen, nachdenklichen Gesellen – einfach weg wären. Wenn keiner mehr eine Sprechpause einlegen würde, um den Gedanken erst zu Ende zu denken, bevor er weiter spricht. Wenn keiner mehr etwas wirklich in die Tiefe hinterfragt und Themen bis zum äußersten durchdringt. Wenn nur noch Selbstdarstellung und Hysterie um sich greift. Wie grausam! Laut, hektisch, aufdringlich, hemmungslos … So ist mein Bild dazu.

Wir erfüllen eine unglaublich wichtige Funktion in dieser Welt: Wir holen auf den Boden der Tatsachen zurück, wir ergründen, wir springen nicht sofort euphorisch an, sondern hinterfragen erst kritisch. Man muss schon was auf dem Kasten haben, um uns zu begeistern. Kurzum, wir stellen das Gleichgewicht in einer ohnehin überhitzten Welt her. Ohne uns wäre es nur halb so schön.

Daher ist es Zeit, dass wir es endlich lernen, uns ganz besonders für diese Ruhe und Zurückhaltung zu respektieren und wertzuschätzen, statt sie als Makel zu sehen. Nur wenn wir selbstbewusst zu uns, ganz so wie wir sind, stehen und nach unserer Manier leben und arbeiten, erst dann können wir wirklich wertvoll für andere Menschen und die Gesellschaft sein.

Wenn wir stattdessen denken, wir sind nicht genug, leben wir mit nur halber Kraft und können dementsprechend auch wenig beitragen.

Also, ich bin sehr stolz darauf, introvertiert zu sein. Weil ich darin so unglaublich viele Qualitäten sehe, die vielen anderen Menschen fehlen. Und diese gilt es zu zeigen!

Was ist mit dir?

 

Nun zu den 5 Fehlern, die ich ausgemacht habe.

Du versuchst immer unter dem Radar zu fliegen

Es hat durchaus seine Vorteile, kann irgendwie nett und entspannt sein, wenn man nicht im Fokus steht. Letztens sagte eine Frau zu mir [ich finde sie echt toll, leider bleibt sie im Moment noch sehr unter ihren Möglichkeiten], dass sie sich oft unsichtbar fühlt. Das hat klare Vorteile, z.B. wenn man kein Bahnticket hat und der Schaffner übersieht einen einfach – ja, das hat sie schon oft erlebt.

Wenn man so etwas ganz bewusst kann, dann ist es eine sehr coole Gabe! Wenn das aber passiert, ohne dass man es will und so zum Verhängnis und einem Dauerzustand wird, gerade in den Situationen, in denen man sichtbar werden möchte, dann ist das alles andere als schön.

Die Krux liegt darin, dass die Menschen, die oft irgendwie unbemerkt bleiben, denken, dass andere sie schlicht nicht sehen wollen. Da gibt man aber seinen Teil der Verantwortung einfach ab und macht daraus etwas, was man selbst nicht in der Hand hat und somit auch kaum verändern kann. Wie praktisch. 😉

Die Lösung liegt aber darin, dass DU DICH zeigen musst, um gesehen zu werden. Und das bedeutet keinesfalls, dass du laut schreien und dir in die Brust hauen sollst. Es geht um deine Einstellung, um das was du über dich denkst.

Wenn du dich entscheidest, gesehen zu werden, dann wirst du gesehen, auch wenn es sich vielleicht etwas mulmig und ungewohnt anfühlen mag am Anfang.

Du hast es selbst in der Hand und kannst es täglich üben, auch in der Bahn. 🙂

Du glaubst, für den Erfolg muss man geboren sein

Hahaha, wenn es danach ginge, würde ich jetzt irgendwo Toiletten schrubben, oder als Buchhalterin Belege sortieren. Nicht dass an diesen Berufen etwas auszusetzen wäre. Zumal ich schon beides war: sowohl Putzfrau als auch in der Buchhaltung tätig, daher weiß ich wovon ich spreche.

Als ich vor etwas über 20 Jahren nach Deutschland kam, konnte ich kein Deutsch, hatte einen Beruf, der mir nicht anerkannt wurde (Musik-Lehrerin) und hatte als alleinerziehende Mutter einen 2-jährigen auf dem Arm, weil wir keinen Kinderwagen hatten. Gewohnt haben wir ein halbes Jahr zusammen mit Hunderten anderen aus aller Welt Gestrandeten in einem Bau-Container-Dorf im Industriegebiet einer Kleinstadt am Rand von Hamburg.

Sind das gute Voraussetzungen, um durchzustarten und erfolgreich zu sein? Wohl kaum. 😉

Heute bin ich seit 6 Jahren selbständig als Coach, habe ein wachsendes Business, bin 2-fach Buchautorin, habe im Konzern als Frau in der Männerwelt Karriere gemacht, bin Diplom-Wirtschaftsingenieurin und ganz viele Aus- und Weiterbildungsabschlußzertifikate vorzuweisen.

Bin ich erfolgreich? Ja, das kann ich wohl mit Stolz behaupten, wenn ich mir meine Entwicklung genau anschaue.

Und bin ich das, weil ich mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurde? Nein, ich habe es mir erarbeitet. Und am meisten habe ich es einer meiner Fähigkeiten zu verdanken: Ich lehne mich gegen „Das steht dir nicht zu“ auf. War schon immer so.

Deswegen weiß ich, dass es kaum etwas gibt, was wirklich unerreichbar ist, wenn du es nur willst. Also, lass dir gar nichts einreden, schon gar nicht von dir selbst!

Du gibst dich mit Wenigem zufrieden

Vielleicht kennst du das, da träumt man von einem großen Wurf, hat eine tolle Idee, eine echte Vision. Und am nächsten Tag schrumpft diese Idee auf Erbsengröße. Nach dem Motto: „Na ja, so groß muss ich auch nicht denken. Es reicht schon etwas kleines.“

Klar, hat auch was für sich. Bescheidenheit kann etwas wunderbares sein.

Wenn es aber ständig so ist, dann bleibt man immer unter dem, was man eigentlich erreicht könnte. Und das ist echt frustrierend!

Denn mit diesem Klein-Klein-Denken ist irgendwie verbunden: „Das steht mir nicht zu.“ – keine hilfreiche Botschaft an sich selbst, wenn man mehr Sichtbarkeit im Leben erreichen möchte. Zumal auf der anderen Seite eine ständige Unzufriedenheit mit sich selbst an einem knabbert.

Wenn du sichtbarer und damit erfolgreicher werden möchtest, als du jetzt bist, dann musst du einfach größer denken, als du es jetzt tust. Und dieses Denken musst du dir erlauben, du musst es vor dir und anderen verteidigen. Denn das, was du dir nicht denken kannst, wirst du auch nicht erreichen!

Und das wäre ja nun wirklich unglaublich schade. Denn ich bin mir sicher, dass du sehr viel zu geben hast.

Denke daran: Wenn du dich nicht mehr mit Wenigem zufrieden gibst, sondern dir zugestehst, dass dir mehr zusteht, kannst du die Welt viel mehr verändern und viel mehr Menschen helfen.

Und das ist doch wirklich lohnenswert!

Du gehst lieber auf Nummer sicher, als auch mal ein Risiko einzugehen

Wer nichts riskiert, wird immer bei dem bleiben, was er hat. Das ist so, ob es uns gefällt oder nicht. Und das kann ganz schön nerven.

Denn du musst eines wissen: Unser introvertiertes Gehirn ist so gebaut, dass wir möglichst das Risiko vermeiden. Das ist also nicht nur bei dir so, das ist unser biologisches Erbe.

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber mir hilft es immer sehr, zu wissen, dass ich mich nicht allein damit herumschleppe. Und es hilft mir, mich damit zu akzeptieren und anzunehmen.

Und auf der anderen Seite hilft es mir, damit bewusst umzugehen. Denn da ich weiß, dass ich von Natur aus eher risikoscheu bin und lieber auf Nummer sicher gehe, versuche ich mich an der Stelle besonders herauszufordern. Du weißt ja, ich gebe mich nicht gern mit dem zufrieden, was mir angeblich zusteht. 😉

Die größte Herausforderung, der ich mich seit ca. 6 Jahren stelle, ist das Spielen des Improvisationstheaters. Dort habe ich so unglaublich viel gelernt für’s Leben und davon zerre ich auch in meiner Arbeit.

Nicht umsonst basieren meine beiden Bücher auf Konzepten und Regeln aus dem Improvisations-Theater.

Dabei ist das nichts, was mir leicht fällt. Da muss ich spontan sein, schnell reagieren, mich schnell entscheiden – ein sehr herausforderndes Lernfeld für mich als Introvertierte.

Was kannst du tun, um deinen Risiko-Muskel zu trainieren? Am besten ist es etwas, was nichts mit deinem Beruf und Business zu tun hat!

Denn was ist Sichtbarkeit? Was bedeutet, sichtbar zu sein?

Das bedeutet:

  • der eigenen Qualitäten bewusst sein und sich mit diesen Qualitäten der Welt zeigen
  • sich hinstellen und sagen: „Das ist mein Herzensthema. Das ist mir wichtig, weil …“
  • das Problem klar benennen, bei dem du helfen kannst
  • täglich entscheiden, was und wie du sagst und schreibst, um sichtbar zu sein
  • selbstbewusst den Preis für deine Leistung bestimmen und nennen
  • deine eigene Meinung, deine Thesen zu deinem Thema aufstellen und sie verteidigen, wenn es nötig sein sollte
  • dich als Mentor sehen und das ganz klar kommunizieren.

Und das alles erfordert Mut. Denn das birgt das Risiko, dass das nicht jedem gefallen wird.

Natürlich kannst du auf Nummer Sicher gehen und bei dem bleiben, was du jetzt hast. Und akzeptierst, dass du dich mit wenigem zufrieden gibst und/oder gemütlich unter dem Radar bleibst.

Wenn du dich aber damit nicht (mehr ) zufrieden geben möchtest, sondern dich endlich zeigen willst, dein Herzensthema in die Welt bringen willst, um möglichst vielen Menschen damit zu helfen, dann helfe ich dir gern!

Ich freue mich auf dich!

Herzliche Grüße

Natalie 🙂

 

Bildquelle:Unsplash – Pixabay.com

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8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Natalie,

    was für ein schöner mutmachender Artikel.

    Am besten finde ich, wie du herausgestellt hast, wie die Welt ohne Introvertierte wäre. Da wird einem der eigene Wert ersteinmal bewusst und ist für alle, die sich mit dieser Eigenschaft noch nicht angefreundet haben, sicher sehr tröstend und gleichzeitig wertvoll. Danke dafür.

    Danke auch für den Einblick in deine persönliche Geschichte. Auch das ist Augen öffnend und sehr hilfreich für viele viele introvertierte Menschen.

    Ich glaube, dass durch dich so einige Introvertierte diese Eigenschaft zu nutzen und schätzen lernen.

    LG, Sabine

    1. Liebe Sabine, vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar! Du ahnst nicht, wie sehr mich deine Wertschätzung freut. ❤️

      Das ist meine Hoffnung und mein Ziel, dass ich möglichst vielen Menschen zeige, dass sie wertvoll sind und dass es sich lohnt, auf den eigenen Weg in die Sichtbarkeit zu machen.

      Herzliche Grüße
      Natalie

  2. Liebe Natalie,
    seitdem ich deine Newsletter lese, dein WEbinar besuchte,
    und nun du die Dinge ansprichst, die mich in den vergangenen Wochen begleiteten, fühle ich viel mehr meinen Weg.
    Ich gehe ihn viel bewusster, setze Stück für Stück meine Schritte, mit einem ersten Erfolgserlebnis.
    In der Schreibwerkstatt schreiben wir kurze Geschichten, und als Hausaufgabe eine Beschreibung. Und beim letzten Treffen ist mir die Rohfassung direkt gelungen.
    Um weiter zu wachsen, um Dinge am Ende der Woche zu reflektieren, habe ich mir ein Wachstumbuch angelegt.
    Ich bin gespannt, wohin du uns noch führen wirst, welche Pfade wir entdecken. Ich freue mich auf deine Arbeit.
    Alles Liebe Anna

    1. Liebe Anna,

      wie schön, herzlichen Dank für deine Rückmeldung! Es bedeutet mir sehr viel, dass ich mit meinem Impulsen dich auf deinem Weg unterstütze.

      Viel Erfolg auf deinem weiteren Weg, danke, dass du mir folgst!

      Herzliche Grüße
      Natalie

  3. Hallo Nathalie,

    sehr schöner Artikel. Vor allem deine persönliche Geschichte zeigt, dass jeder Erfolg haben kann, der es möchte.

    Man stelle sich mal kurz die Welt ohne uns introvertierten vor…..GENIAL! Die Welt braucht uns! Das löst was positives aus.

    Danke.

    Herzliche Grüße
    Erika

    1. Liebe Erika,

      vielen Dank für deinen so wunderbaren Kommentar! Ja, jeder kann Erfolg haben, zumal Erfolg ganz etwas individuelles ist.
      Die Welt ohne uns – das stellen wir uns mal lieber gar nicht erst vor 🙂

      Herzliche Grüße und viel Erfolg für deinen Weg
      Natalie

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