Warum Ihre Schwächen ein echtes Thema sind, das Sie nicht verdrängen sollten

Oh neee … Wer redet schon wirklich gern über seine Schwächen? Ich kenne niemanden, mich eingeschlossen. Wir haben nun mal gelernt, dass wir uns für unsere Schwächen irgendwie schämen müssten. Nicht umsonst ist die schlimmstbefürchtetste Frage in jedem Bewerbungsgespräch, ist die nach den Schwächen (auf der Nicht-Beliebtheits-Skala gleich hinter der Frage nach den Stärken angesiedelt). Die Tausende von Bewerbungs-Ratgebern vermitteln seit Jahrzehnten, dass man bei dieser Frage tief in die Trickkiste greifen sollte, weil die Wahrheit unzumutbar sei ;-).

Mangelbehaftet?

Das allein lässt bei mir als Coach graue Haare wachsen. Denn welche Unterstellung verbirgt sich dahinter? Dass jeder Mensch eigentlich nicht richtig, nicht gut genug, nicht ausreichend, irgendwie mangelbehaftet ist. Zumindest zur Hälfte – wenn man davon ausgeht, dass man halbe-halbe mit Schwächen und Stärken bestückt ist. Wenn das nicht so wäre, könnte man doch ohne Umschweife einfach sagen, wo man eben nicht so gut drin ist. Das Problem ist natürlich, dass die meisten Personaler am anderen Ende des Tisches ja selbst wenig reflektiert sind und außerdem Instant-Mitarbeiter suchen, die sich nahtlos in das Puzzle-Unternehmen einfügen und um Gotteswillen keine Anpassungs-Schritte verursachen. Und alles, was sich auch nur entfernt nicht nach „Glanz und Gloria“ anhört – Finger weg!

Wer eine wenig entspannte Schulzeit hinter sich hat, kennt das ja auch zu genüge: wäre man angepasst und brav, hätte man keine Schwierigkeiten gemacht, hätte man keine unbequemen Fragen gestellt, dann wäre alles glatt gelaufen. Tja … Deswegen lassen sich ja auch viele Personaler lieber mit Tricks aus der Zauberkiste abspeisen, als sich mit Menschen aus Fleisch und Blut auseinander zu setzen. Sie haben nämlich eben dieses Schulsystem durchlaufen und kennen es nicht anders und wollen außerdem nichts falsch machen.

[BBSocial]Schwächen machen genauso wie Stärken eine Person erst ganz.[/BBSocial]

Nun bin ich sehr froh, dass ich hier keine Tipps und Tricks für Bewerbungsgespräche schreibe. Es geht mir um Grundsätzliches: mein Ziel ist es, dass Sie sich selbst kennen und akzeptieren, mit all dem, was zu Ihnen gehört. In guten wie in schlechten Zeiten. Und wer sich gut kennt und akzeptiert, kann gelassener auf jede Frage antworten, auch auf die Frage mit Stärken und Schwächen.

Im letzten Artikel ging es ja darum, warum es wichtig ist, Stärken und Schwächen zu kennen und zu akzeptieren. Heute sind wie angekündigt Schwächen dran.

Was ist eine Schwäche? Definition

Die Definition ist nicht so deutlich, wie man es sich denken könnte. Bisher habe ich nur bei Duden was gefunden. Ich bediene mich daher einfach der Ableitung meiner Stärken-Definition.

Stärke ist eine Eigenschaft oder Fähigkeit, die einem besonders leicht fällt, die richtig ausgeprägt ist, die so selbstverständlich zur Verfügung steht, dass man davon ausgeht, sie ist an sich nichts besonderes und denkt, das kann ja jeder.

Schwäche ist demnach eine Eigenschaft oder Fähigkeit, die einem schwer fällt, die wenig ausgeprägt ist, die für einen alles andere als selbstverständlich ist, so dass man sie für etwas besonderes hält und Leute, die diese Eigenschaft zu ihren Stärken zählen, bewundert. 

Man kann also schon verallgemeinern, dass eine Stärke ein Zuviel und eine Schwäche ein Zuwenig von einer Eigenschaft oder Fähigkeit ist. Allein daran wird deutlich, dass es gar nicht so einfach zu beurteilen ist, was jetzt nun Stärke, was Schwäche und was ist einfach nur ganz normal ausgeprägt ist. Es ist also meistens eine rein subjektive Einschätzung.

Wie sehen Sie das?

Herzlichst

Ihre Natalie Schnack

Ps.: Im nächsten Artikel werde ich auf die Unterschiede zwischen den Schwächen eingehen, denn eine Schwäche ist nicht wie eine andere. Außerdem beschreibe ich, wie Sie hinter viele Schwächen verborgene Stärken finden und wie Sie es lernen, Ihre Schwächen für sich handhabbar zu machen.

Bleiben Sie dran!

 

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