Die Sache mit den Stärken und deren Nutzen

Es lohnt sich Gedanken über die eigenen Stärken zu machen Bildquelle: PublicDomainPictures - pixabay
Es lohnt sich, sich Gedanken über die eigenen Stärken zu machen
Bildquelle: PublicDomainPictures - pixabay

Bei diesem Thema sabotieren sich viele Menschen leider enorm selbst und tappen gerade dadurch in die bereits angesprochenen Selbstverständlichkeitsfallen. Kein Wunder! Denn die meisten von uns machen den Fehler, dass sie beim Stichwort Stärken anfangen, eine Liste an Eigenschaften oder Fähigkeiten herunterbeten à la „zuverlässig“, „geduldig“, „kommunikativ“. Das bringt nicht nur nichts, weil es viel zu unspezifisch ist, sondern es ist auch nicht sonderlich aussagekräftig. Darum tun sich viele auch so schwer, ihre Stärken anzuerkennen.

Anders sieht es aus, wenn Sie konkret werden und erkennen, dass jede Stärke ihren spezifischen, vielfältigen Nutzen hat.

Ich hatte ja schon im letzten Beitrag geschrieben, wie Sie Ihre eigentlichen Stärken herausfinden können: hier finden Sie ihn.

Und jetzt geht es um die Formulierungen, so dass Sie nie wieder mit allerwelts Schlagworten hantieren müssen.

Beantworten Sie folgende Fragen, nehmen Sie sich ruhig Zeit dafür.

1. Welche Eigenschaften oder Fähigkeit haben Sie herausgefunden (oder welche fällt Ihnen ein, die Sie als Stärke ansehen, oder zumindest als vorteilhaft gelten lassen)?

2. Welche konkrete Situation fällt Ihnen ein, in der Sie diese Stärke in dem für Sie relevanten Kontext (beruflich oder privat, je nach dem, wozu Sie diese Argumentation benötigen) eingesetzt haben?

3. Formulieren Sie nun den Nutzen dieser Stärke in 1-2 Sätzen.

Ihre Antworten könnten zum Beispiel so aussehen:
1. Ich merke schnell, wie es anderen geht.

2. Als mein Kollege letztens morgens reinkam, sah ich gleich, dass er schlecht drauf war. Eigentlich wollte ich ihn gerade mit einem Kundenproblem konfrontieren. Stattdessen brachte ich ihm einen Kaffee mit. Erst haben wir über dies und das geplaudert. Als ich merkte, dass er sich entspannt hat, habe ich ihm über die Probleme mit dem Kunden berichtet. Wir besprachen gemeinsam die Sache und haben eine wichtige Entscheidung dazu getroffen.

3. Der Nutzen: Da ich schnell merke, wie es anderen geht, weiß ich genau, was der andere gerade braucht – zum Beispiel, wenn er schlecht drauf ist oder gestresst ist. Ich mache intuitiv das Richtige, damit es ihm besser geht und sorge so auch dafür, dass wir gut zusammenarbeiten können.

Machen Sie das mit allen Stärken, die Ihnen einfallen. Fangen Sie mit fünf an, steigern Sie dann auf 10. Und gern noch vielen weiteren. Es ist eine wunderbare Übung, sich des wahren Wertes Ihrer Stärken bewusst zu werden. Außerdem bereiten Sie sich damit ganz nebenbei auch wichtige Situationen wie zum Beispiel Bewerbungs- und Gehaltsgespräche vor.

Oder wir machen das gemeinsam!

(Dieser Text ist ein leicht veränderter Auszug aus meinem Buch „Leise überzeugen“)

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0 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Natalie,

    was Du in Deinem Beitrag beschreibst, erlebe ich selber regelmäßig, wenn ich Teilnehmende bitte, ihre Stärken aufzuschreiben. Die meisten bleibt im Unkonkreten. Die von Dir empfohlene Vorgehensweise nutze ich zwar bereits in etwas abgewandelter Form, doch so klar beschrieben habe ich sie bislang nicht gesehen. Danke für diesen Impuls!

    Herzliche Grüße aus dem Süden!
    Ulrike

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