Bewusst sichtbar? Was Business & Social Media mit dem Bewusstsein zu tun haben.

Was ist Bewusstsein? Mit dieser philosophischen Frage wurde ich dank meines geschätzten Kollegen Lars Hahn konfrontiert. Denn er hat mir das Blogstöckchen „Was ist BewusstSein für mich? Nutzt Bewusstsein im Business?“, initiiert von Michael Rajiv Shah, zugeworfen.
Wenn Sie gerade denken: „Blogstöckchen? Schon wieder?“ Ja, die Frage ist berechtigt. Im Moment fliegen so einige davon herum. Gerade letztens habe ich ein Blogstöckchen gefangen.
Und heute also ist eines mit dem Thema Bewusstsein und Business dran.

0. Klärung des Begriffs Bewusstsein

Zuallererst: Bewusstsein ist eines von den Wörtern, von den jeder ungefähr weiß, was sie bedeuten. Doch was das ganz konkret sein soll, um das in Worte zu fassen, darüber muss man schon länger nachdenken. Da meine Gedanken dazu in viele verschiedene Richtungen gingen, habe ich Duden bemüht und Folgendes gefunden:

„Bewusstsein ist

  1. Zustand, in dem man sich einer Sache bewusst ist; deutliches Wissen von etwas, Gewissheit.
  2. Gesamtheit der Überzeugungen eines Menschen, die von ihm bewusst vertreten werden.
  3. (Psychologie) Gesamtheit aller jener psychischen Vorgänge, durch die sich der Mensch der Außenwelt und seiner selbst bewusst wird.
  4. Zustand geistiger Klarheit; volle Herrschaft über seine Sinne.“

Oha, ich ahnte es, da tun sich Welten auf! Denn zu jedem der Punkte einzeln kann man Bücher schreiben (und es wurden schon Tausende geschrieben) 😉 .

Nun gut, es gilt sich also hier zu beschränken und auf das Wesentliche zu konzentrieren: Ich habe mich entschieden, die psychologische Seite „der Medaille“, auch das Thema des Selbstbewusstseins auszulassen und mich auf die ersten beiden Punkte zu konzentrieren.

1. Was ist BewusstSein für mich?

Bewusstsein ist für mich das Gegenteil von „… und sie wussten nicht, was sie taten“. Das heißt, wenn ich Dinge im Zustand des Bewusstsein mache, dann habe ich eine Vorstellung davon, was für mich

  • richtig oder falsch ist
  • mir wichtig oder unwichtig ist
  • ich will oder nicht will
  • welchen Eindruck ich von mir vermitteln und welchen auf jeden Fall vermeiden möchte
  • was ich erreichen und was verhindern will.

Das heißt, ich habe eine Art Regeln-Korridor, in dem ich mich bewegen und so mein Verhalten bewusst gestalten kann. Und da haben wir „den Salat“: Interessanterweise sind die meisten dieser Regeln uns unbewusst, sie wirken leise und beharrlich im Hintergrund ;-). Deswegen ist es auch so wichtig, sich diese bewusst zu machen!

 2. Wie hängen BewusstSein & SocialMedia für mich zusammen?

Und da kommen wir schon vom Allgemeinen zum Spezifischen. Auf Social Media angewandt, äußert sich für mich mein Verständnis von Bewusstsein darin, dass ich mir bevor ich starte (und immer wieder zwischen durch) überlege,

  • Was und wen will ich mit diesem speziellen Social Media Kanal erreichen?
  • Als wer will ich wahrgenommen werden?
  • Mit welchen Themen sollen die Menschen meinen Namen verbinden?
  • Was will ich von mir preisgeben und was auf keinen Fall?

Wenn diese Fragen klar beantwortet sind, dann gibt es kaum mehr Schwierigkeiten, passende Inhalte zu finden, oder mich bewusst dafür zu entscheiden, was „like“ ich, was teile ich, welche Meinungen vertrete ich, welche Geschichten erzähle ich, welches Fachwissen gebe ich preis usw. Auf dieser Basis kann ich also die täglichen Entscheidungen in der Welt von Social Media bewusst treffen.

Noch nie war es so einfach, sich und die eigene Leistung sichtbar zu machen, wie heute mit Hilfe von Social Media. Noch nie war es gleichzeitig so schwer, im Gedächtnis von Interessenten haften zu bleiben. Denn die Flut an Informationen, der wir dadurch täglich ausgesetzt sind, wächst auch dementsprechend. Und natürlich darf man nie aus den Augen verlieren, dass das Internet nichts vergisst! Um so wichtiger ist es also, Dinge also ganz bewusst von sich zu geben.

Meine 2 Mottos dabei sind:

  1. Immer persönlich, aber nie privat.
  2. Das was meine Elter und mein Sohn jederzeit von mir lesen dürften, ohne dass wir beide uns schämen müssten, das darf ich auch per Social Media kommunizieren.

Und ich fahre gut damit ;-).

3. Wie nutze ich BewusstSein im Business?

Für Business gilt es natürlich auch, dass ich mir bewusst bin, was und wie ich tue. Das fängt damit an, mir darüber klar zu sein

  • was sind Themen, in den ich anderen Menschen was zu geben habe
  • was und in welcher Form biete ich konkret an
  • welche Kunden will ich haben
  • wo arbeite ich
  • zu welchem Preis arbeite ich

Und das Gegenteil davon

  • was sind Themen, die ich nicht abdecke
  • was und in welcher Form biete ich nicht an
  • welche Kunden will ich nicht haben
  • wo arbeite ich nicht
  • zu welchem Preis arbeite ich auf keinen Fall.

So bin ich mir bewusst, in welchem Korridor bewege ich mich und muss nicht bei jeder neuen Anfrage darüber nachdenken.

4. Wie schaffe ich es in einer bewussten Haltung zu bleiben/zurückzukehren?

Da ich mir meinen Regeln-Korridor bewusst gemacht habe, sind die meisten Situationen im Leben dadurch gut abgedeckt. Es gibt nur selten Momente, in denen ich ratlos bin, wie ich mich zu verhalten habe. In solchen Ausnahmesituationen nehme ich mir dann die Zeit, auf meinen Bauch zu hören – meinen wichtigsten Ratgeber. Und manchmal merke ich erst im Nachhinein, dass ich mich falsch entschieden habe. Das gehört zum Leben dazu. Ich finde, jede Fehlentscheidung hat ihren Grund. Hätte ich mich anders entscheiden können, hätte ich es sicher gemacht. Und letztlich lernen wir aus den Fehlern viel mehr, als wenn wir immer alles richtig machen würden. Auch wenn es in brenzlichen Momenten nicht einfach ist, diese Einsicht zu haben, so gelingt es mir immer im Nachhinein bewusst das Gute darin zu suchen und zu sehen.

5. Was tue ich, wenn Bewusstsein in der Esoterik-Schublade landet?

Ach ja, mit Esoterik habe ich es nicht so. Daher ist mein Ansatz hier auch ein pragmatischer. Ich habe ja schon oben geschrieben, dass solche Begriffe wie das Bewusstsein erklärungsbedürftig sind. Und wenn man gleich dazu sagt, was man meint, dann verstehen die Menschen auch, wie sie es zu nehmen haben. Und wenn nicht: so wat!

6. Was soll ein Bewusstseinkongress beinhalten, damit ich Ihn besuche?

Keine Ahnung. Es muss auf jeden Fall pragmatisch und „normal“ sein.

Weitergabe?

Da die Aktion offensichtlich beendet ist, gebe ich das Blogstöckchen nicht weiter. Wer es dennoch haben will, kann sich gern bei mir melden, dann werfe ich es sehr gern zu.

Nur eins: Was ist Bewusstsein für Sie?


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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Sehr geerdet und strukturiert. Super herzlichen Dank aus Wien.

    Ein paar Gedanken dazu:

    1) Ich finde den Begriff ‚Blogstöckchen‘ schwierig, denn es ist eher Themenarbeit und Networking auf Bloggerebene. Ich hoffe mir begegnet ein neues Wort, um das Werkzeug als Profinetworker häufiger verwenden zu können.

    2) Der Bauch hat das grösste BewusstSein. Dort (im Solar Plexus) laufen mehr Nerven zusammen als an vielen anderen Orten. Nur der Informationstyp ist ein anderer als der, den wir schlechthin mit dem Zustand „Sich über etwas Bewusst zu sein“ gleichsetzen. Insofern ist es schon fast widersprüchlich, wenngleich ich Ihnen 100% recht gebe 🙂

    3) Ich besuche schon seit mehreren Jahren Veranstaltungen wie den „BLEEP Kongress“ oder jetzt den „Bewusst Sein Kongress“ und wünsche mir vor allem den Pragmatismus oder Erdung … insofern herzlichen Dank. 😉

    4) Das Gewinnspiel ist vorbei, ja. Die Aktion nicht; ich habe sie nicht begrenzt, weil das Thema eine never ending Story ist. Auch weil BewusstSein für Dinge schaffen, für viele von uns Berater-/Trainer-/SpeakerInnen (siehe Ihre erste Kundenstimme: „Die gemeinsame Arbeit an diesen Themen hat uns bewußt gemacht, wie wichtig diese „Findung“ ist, auch wenn wir uns schon so lange zu kennen (glaubten)“) der Hauptnutzen für unsere KundInnen ist.

    Grüsse aus Wien
    der http://www.MiSha.at

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