Ihre Geschichten wollen wir! Was das Storytelling mit der Sichtbarkeit zu tun hat.

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Haben Sie schon vom Storytelling gehört? Bestimmt! Ist ja neuerdings in aller Munde: Storytelling in den Präsentationen, Storytelling im Marketing, Storytelling in Social Media… Hört sich wichtig an. Dabei geht es schlicht darum, Geschichten zu erzählen. Das an sich ist ja nicht neu – schon unsere Vorfahren haben seit Urzeiten Geschichten erzählt.

Heute nutzt man Geschichten, um Produkte oder Inhalte sichtbar zu machen und im Gedächtnis von möglichst vielen Menschen zu verankern. Denken Sie an die Werbung im Fernsehen oder Internet: was schauen Sie sich an und was schalten Sie schnellstmöglich weg? Die Werbung, die eine schlüssige Geschichte hat, die Sie zum Lachen oder Nachdenken bringt, bei der bleiben Sie hängen und diese vergessen Sie nicht so schnell. Ich hatte z.B. zu Weihnachten diese Storytelling-Pralinen von einer meiner Wunschkundinnen geschenkt bekommen. Die Pralinen sind schon lange weg (lecker waren sie), aber die Packung und die Beschreibung zu jeder einzelnen Praline in Form einer kleinen Geschichte, die habe ich aufgehoben.

Und auch eine gute Webseite erzählt Geschichten. Wissen Sie, woran ich (und die meisten anderen Menschen) die Attraktivität Ihrer Webseite und damit Ihres Angebotes beurteilen? An dem, wie wir emotional berührt werden. Denn Menschen entscheiden zu über 90 % anhand ihrer Emotionen. Das wissen Sie doch selbst. Ob ein Buch, oder ein Film – sie sind nur dann spannend, wenn die Geschichte gut ist. Alles, was langweilig und nichts sagend ist, interessiert uns nicht. Geschichten, die auf einer Webseite erzählt werden, sind wie Fleisch am Knochen, erst durch sie wird eine Person und das Angebot greifbar und rund, sie wecken Emotionen, sie machen den Unterschied zu anderen Webseiten aus.

Leider sieht die Realität in vielen Fällen anders aus. Wie oft ist es Ihnen schon passiert, dass Sie auf die Webseite eines Unternehmens geklickt haben und vor lauter Langeweile und dem Gefühl des Déjà-vu’s gleich wieder weg waren? Also, mir passiert es öfter. Ich will jetzt nicht arrogant klingen. Und natürlich weiß ich, dass jeder seinen eigenen Geschmack hat. Was mich stört, dass die Unternehmens-Webseiten einer Branche sich verdammt ähneln. Als ob einer bei dem anderen abguckt und nachmacht, um bloss nicht „aus der Reihe zu tanzen“. Dabei wäre es doch gerade gut!

Ich habe drei Klischee-Beispiele* für Sie.

Klischee-Beispiel 1: Seiten von Kreativen (z.B. Fotografen, Grafik- und Webdesigner …)

  • Kaum leserliche Schrift, denn klein und in Pastelfarben, meist auf englisch, oder zumindest ohne Klein- und Grossschreibung
  • Einige Beispiele der eigenen Arbeit als Bilder ohne weitere Erläuterungen
  • Was hier angeboten wird, ist eine große Frage
  • Ebenso wie die Frage: Wer ist der Anbieter: Das Profil ohne Foto
  • Werdegang, wenn überhaupt, dann nur in Form einer Auflistung von Kundennamen, für die man gearbeitet hat
  • Das war’s!

Klischee-Beispiel 2: Berater (z.B. Rechtsanwälte, Unternehmensberater, Steuerberater …)

  • Blaue Farben, oft maritime Motive (Anker, Segler, Kompas usw.)
  • Es wird in WIR-Form geschrieben, auch wenn klar ist, dass es nur Ein-Mann-Unternehmen ist
  • Ein kleines Passfoto, dass man suchen muss
  • In eigenem Profil sind lediglich Fakten über Abschlüsse in Form eines tabellarischen Lebenslaufs aufgelistet
  • Angebotsbeschreibung so klapp und vage, dass man als Leser sind gar nichts darunter vorstellen kann.
Klischee-Beispiel 3: Trainer und Coaches unterschiedlichen Couleurs
  • Zitate berühmter Menschen (meist von den, die schon lange tot sind)
  • Wieder Maritimes
  • Ausführungen dazu, was der Unterschied zwischen Beratung und Coaching ist
  • Auflistung von Methoden, die im Coaching eingesetzt werden (NLP, systemisch, MBSR, ZRM und viele mehr)
  • Ein bunter Mix an angebotenen Trainings- und Coaching-Themen, von einer Spezialisierung keine Spur.

*Übrigens, wenn Sie selbst zu einer von diesen „Gattungen“ gehören und Ihre Webseite total anders ist, als ich sie in diesen Beispielen beschrieben habe: Gratuliere! 🙂 Und wenn Sie einen Gegenbeweis antreten wollen, dann freue ich mich auf ein Link zu Ihrer Webseite!

Nur dass wir uns nicht missverstehen: es geht mir nicht um die teueren Schi­cki­mi­cki-Seiten. Man kann auch für wenig Geld (z.B. über WordPress) eine schöne Webseite erstellen. Das wichtigste ist die eigene Einstellung dazu. Eine Webseite ist kein lästiges Beiwerk, nach dem Motto: alle sind im Internet, dann muss ich wohl auch.

Eine spannende Webseite, mit der man wirklich sichtbar wird, ist ein Liebesbeweis sich selbst, dem eigene Angebot und den (potenziellen) Kunden gegenüber! (Ich gebe zu, es hört sich etwas pathetisch an, ist aber so!). Und diesen Liebesbeweis können Sie am besten in Form von Geschichten liefern! Oder haben Sie es vergessen, wie schön es war, als Ihre (Gross-)Eltern oder Geschwister Ihnen Geschichten erzählt/vorgelesen haben? Oder wie sich Ihr Kind darüber (ge-)freut (hat)?

Leider läuft es meist anders: Man schustert nach den Beispielen anderer was zusammen, meist geht es um die korrekte technische Ausführung, die Suchmaschinenoptimierung wird für wichtig gehalten. Natürlich ist die technische Seite wichtig. Aber noch wichtiger ist die Inhaltliche! Denn wirklich sichtbar werden Sie nicht nur dann, wenn Ihre Seite auf der ersten Seite bei Google auftaucht, sondern vor allem dann, wenn Sie anziehend ist und wenn der Interessent dort „hängen bleibt“. Denn mit den Bildern und Texten sollten Sie Ihre ganz eigene Botschaft transportieren.

Welche Geschichten erzählt Ihre Webseite? Erzählen Sie uns Ihre Geschichten, die Geschichten Ihrer Kunden, die Geschichten über Ihre Aufträge und wir klicken nicht weg und wir merken uns Ihre Seite!

Und wenn Sie noch nicht ganz zufrieden mit Ihrem Webseiten-Storytelling sind, dann melden Sie sich bei mir – ich freue mich darauf, Sie zu unterstützen!

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Danke an Caroline Klimt für die wunderbare Blogparade “Are we all storytellers?” Storytelling in neuen Kontexten. Ich habe schon lange darüber nachgedacht, zum Thema Storytelling und Sichtbarkeit zu schreiben. Mit diesem Beitrag nehme ich gern an der Blogparade teil, denn sie war ein wichtiger Anstoß, um es jetzt wirklich zu tun ;-).

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5 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Frau Winter,

    vielen Dank dafür, dass Sie den Gegenbeweis angetreten sind!
    Sie bedienen sich der maritimen Metapher und zwar ind er ganzen Konsequenz und zwar erzählen Sie auf jeder Seite Geschichten. Das finde ich Klasse! Außerdem passt das zu Ihnen, so als Nautikerin.

    Also, mich haben Sie überzeugt!

    Herzliche Grüße und viel Erfolg
    Ihre
    Natalie Schnack

  2. Da bin ich aber froh dies hier gefunden zu haben, denn ich baue gerade meineHomepage um, und ich wollte den persönlichen Teil kürzen, nun werde ich es nicht machen, ich gehöre übrigens zur ersten Gruppe, bin aber kein negatives Beispiel
    BK

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