Mein Wunschkunde – ja, ich will!

Vor einiger Zeit hat Sascha Theobald zu einer spannenden Blogparade „Mein Wunschkunde ist…“ aufgerufen. Spontan habe ich bei Twitter geschrieben, dass ich auf jeden Fall mitmachen werde. Nun kam immer wieder was dazwischen, bis mich Sascha noch einmal gefragt hat, ob ich doch was schreibe.

Und nun: Mein Wunschkunde!

Üblicherweise geht man bei einer marketinggeleiteter Zielgruppenbestimmung so oder ähnlich vor: man schaut sich an

  • was habe ich zu bieten, welche Kenntnisse und Qualifikationen bringe ich mit
  • wer hat ein passendes Problem/ einen passenden Bedarf dazu.

Also, wer das braucht, was ich zu bieten habe, ist meine Zielgruppe. Punkt.
Dann schaut man sich noch an, wer von dieser Zielgruppe ist mir am liebsten, mit wem habe ich die besten Erfahrungen gemacht, wer macht am wenigsten „Zicken“ ;-).

Wer auf diese Art meint, seinen Wunschkunden ermittelt zu haben, irrt meiner Meinung nach. Denn so wird der eigene Blick total verengt.

Wunschkunden finden – und zwar auf eine neue Art:

Ich schlage eine andere Vorgehensweise vor, die ich von meinem NLP-Lehrer Ralf Stumpf im Rahmen meiner Coaching-Ausbildung gelernt habe. Da startet man bei sich selbst als Person und bei der eigenen persönlichen Entwicklung.

Folgende Fragen werden intensiv durchdacht und ganz konkret beantwortet:

  1. Was ist mein nächster persönlicher Entwicklungsschritt? Was strebe ich als Person als nächstes an?
  2. Wer sind die Menschen, die mich bei diesem Schritt unterstützen können und welcher Form? Was zeichnet sie aus?
  3. Welchen nächsten persönlichen Entwicklungsschritt haben diese Menschen vor sich? Was wollen sie für sich erreichen (Vorannahmen oder Befragung).
    Denn diese Menschen sind meine Wunschkunden.
  4. Wie kann ich sie dabei unterstützen mit dem was ich kann und wer ich bin? Was kann ich ihnen geben, welchen Nutzen kann ich ihnen bieten?
    Das ist dann mein Produkt für meine Wunschkunden.

Ich gebe zu, diese Vorgehensweise ist wirklich so ganz anders, als alles, was in Marketingbüchern steht. Doch diese Strategie ist erprobt und basiert auf dem Modelling (Untersuchung der Erfolgsstrategie) eines erfolgreichen Unternehmers – Stefan Merath – Unternehmercoach.

Das faszinierende an dieser Herangehensweise ist, dass es sich um eine Augenhöhe-Konstellation handelt und beide, sowohl der Dienstleister als auch der Kunde von dieser Verbindung profitieren und zwar sowohl auf der sachlichen als auch auf der persönlichen Ebenen.

Bevor ich auf diese Weise an die Sache mit dem Wunschkunden herangegangen bin, hielt ich die Menschen für meine Wunschkunden bei denen ich meinte, dass ich denen am meisten voraus bin, denen ich am meisten „beibringen“ kann. So zählte ich z.B. Berufsanfänger zu meiner Zielgruppe.

Jetzt weiß ich, warum ich mich am meisten mit folgenden Kunden am liebsten arbeite:

  • „reifere“ Menschen, die bereits ein erfolgreiches Berufsleben erlebt haben
  • die sich neu ordnen, sich selbst als Person und das bisher Erlebte reflektieren
  • mit neuen Projekten durchstarten wollen.

Das sind meine Wunschkunden! Das sind Menschen, denen ich am meisten geben möchte und die in ihrer  Entwicklung wirklich profitieren. Und ich natürlich auch!

Wie ist es bei Ihnen? Wer sind Ihre Wunschkunden, die Sie bisher noch gar nicht so gesehen haben? Wer sind die Menschen, die Sie persönlich am meisten weiter bringen?

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13 Kommentare, sei der nächste!

  1. Das ist ja wirklich ein neuer Ansatz für mich, mit der Frage nach meinem nächsten Entwicklungsschritt zu beginnen. Na, dann werde ich den Sonntag gleich mal dafür nutzen, in mich zu gehen und die vier Fragen zu beantworten. Zumindest damit zu beginnen 😉

  2. Hallo Frau Schnack

    bin über die Blogparade von Sascha Theobald auf diese Seite gestoßen. Ein sehr konstruktiver Vorschlag zur Wunschkundenfindung. Vor allem der nächste sich daraus ergebende Schritt:

    Zunächst den Wunschkunden entdecken und erst dann das Angebot entsprechend entwickeln und formulieren.

    Viele zäumen nämlich das Pferd von der anderen Seite auf: Ich habe ein Produkt, das mir sehr am Herzen liegt. Wer könnte das brauchen?

    Herzlich Grüße und Ihnen viele weitere Wunschkunden

    Detlef Krause

  3. Liebe Frau Schleicher,
    liebe Frau Bicker,
    lieber Herr Krause,

    wie schön, dass Sie diesen Ansatz ebenso spannend finden wie ich!
    Ich bin gespannt auf die Ergebnisse, die Sie damit erreichen und freue mich davon zu hören/lesen.

    Herzliche Grüße
    Natalie Schnack

  4. Liebe Natalie,

    sehr schöner Artikel. Interessant finde ich deinen Ansatz erst einmal den nächsten persönlichen Entwicklungsschritt zu definieren. Ich glaube, viele Unternehmer sind sich überhaupt nicht klar darüber.

    Auf jeden Fall ist das eine super Anregung, die ich in meine Betrachtungen für Wunschkunden mit aufnehmen werde. Vielen Dank dafür.

    Liebe Grüße
    Christine

  5. Hallo Frau Schnack,

    danke für diesen „Aha-Effekt des Tages“! Faszinierend der Gedanke, dass ich mir die Kunden suche, die dafür sorgen, dass ich mich selbst als Person weiterentwickle – und dass sich dann beides befruchtet.

    Sehr schön, Ihr Blog ist abonniert, ich bin beflügelt.

    Viele Grüße
    Marit Alke

    P.S: wie bekommt man bei Blog-Kommentaren diese schönen Avatar-Bilder rein?

    1. Hallo Frau Alke,

      vielen Dank für das Kompliment!
      Und dafür, dass Sie mein Blog abonniert haben, ich verfolge Ihres schon seit längerem :-).

      Die Avatar-Bilder kann über die Einstellungen unter Lesen und Schreiben freischalten.

      Herzliche Grüße und eine schöne Woche
      Natalie Schnack

  6. Das ist wirklich mal ein ganz anderer Ansatz. „Auf Augenhöhe“ finde ich gut. Endlich Schluss mit der Bittstellerei. Das Prinzip erstmal geben bzw. helfen, bevor man etwas verlangt, hat sich generell bewährt. Menschen müssen erstmal Vertrauen fassen, dann klappt es mit der Auftragsvergabe von ganz alleine.

    Beste Grüße aus Würzburg

    Sylke Zegenhagen
    EINFACH mehr erreichen… http://www.gruenderplan24.de

  7. Sehr geehrte Frau Schnack,
    ich habe das nie so bewusst wahrgenommen [wobei das doch eigentlich mein Faible ist, die Bewusstheit ;-)], aber letztlich habe ich – ganz unbewusst – in bald 30 Jahren stets nach der in Ihrem Artikel genannten Devise gehandelt und bin damit immer gut gefahren! Erst als ich die im Marketing übliche Zielgruppendefinition benutzt habe, ist es richtig schief gegangen! Nun gehe ich wieder meinen bewährten Weg und bin damit um einiges zufriedener. Ich finde diesen Ansatz hervorragend!
    Freundliche Grüße aus der Ruhrfestspielstadt Recklinghausen,
    Peter Lauhöfer.

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